Will man die Pille absetzen, sollte man das angebrochene Blister auf jeden Fall noch zu Ende nehmen.

30.09.2022

Pille einfach absetzen?

Das Ende einer Beziehung, ein plötzlicher Kinderwunsch – Gründe für das Absetzen der Antibabypille gibt es viele. Dennoch sollte man den Einnahmestop gut überdenken und am besten mit einer Frauenärzt*in besprechen.... [ mehr lesen ]

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30.09.2022

Pille einfach absetzen?

Das Ende einer Beziehung, ein plötzlicher Kinderwunsch – Gründe für das Absetzen der Antibabypille gibt es viele. Dennoch sollte man den Einnahmestop gut überdenken und am besten mit einer Frauenärzt*in besprechen.

Eingriff in den Hormonhaushalt

Viele Frauen schätzen die Antibabypille als sehr sicheres und meist auch gut verträgliches Verhütungsmittel. Weil die Einnahme so unkompliziert ist, vergisst man aber leicht, dass das Präparat stark in den weiblichen Hormonhaushalt eingreift. Entsprechend sollte man die Pille auch nicht für eine „On-Off-Verhütung“ nutzen, also die Pille spontan absetzen und wieder einnehmen.

Einmal Pille, immer Pille?

Natürlich ist ein Absetzen der Pille prinzipiell möglich – es sollte nur gut durchdacht sein. Wer damit rechnet, bald wieder auf die Verhütung zurückzugreifen, sollte vielleicht besser gleich dabeibleiben. Dafür spricht zum Beispiel, dass das Thromboserisiko durch die Pille im ersten Jahr der Einnahme am höchsten ist. Durch eine wiederholte Neueinnahme erhöht sich also die Gefahr, tatsächlich an einer Thrombose zu erkranken.

Hormonhaushalt aus der Balance

Hinzu kommt, dass der Hormonhaushalt sich nach dem Absetzen der Pille erst wieder einpendeln muss. Symptome, die vor der Einnahme bestanden, können nun wieder verstärkt auftreten. Dazu gehören eine unreine Haut, unregelmäßige Blutungen oder auch Stimmungsschwankungen. Wer die Pille aus therapeutischen Gründen eingenommen hat, etwa wegen einer Endometriose, muss mit einer erneuten Verschlechterung der Symptome rechnen.

Wichtig ist: Die Pille ist kein Lifestyle-Medikament. Sowohl die Einnahme als auch das Absetzen sollten gut durchdacht und ausführlich mit der Frauenärzt*in besprochen werden. Wer die Einnahme beenden möchte, macht dies besser nicht mitten im Zyklus. Der angefangene Blister sollte immer zu Ende eingenommen werden.

Quelle: www.frauenaerzte-im-netz.de

Zähne putzen macht Spaß und die Beißerchen kariesfest – sofern ausreichend Fluoride in der Zahnpasta sind.

29.09.2022

Mit Fluorid, aber ohne Titandioxid

Zähneputzen ist selbstverständlich – auch bei den Allerkleinsten. Doch welche Zahnpasta ist die richtige für Kinder? Und wie soll geputzt werden?... [ mehr lesen ]

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29.09.2022

Mit Fluorid, aber ohne Titandioxid

Zähneputzen ist selbstverständlich – auch bei den Allerkleinsten. Doch welche Zahnpasta ist die richtige für Kinder? Und wie soll geputzt werden?

Zahnschutz auf mehreren Ebenen

Um Kinderzahnpasten wird schon lange gestritten. Fluoride sorgen dabei immer wieder für Diskussionen: Einerseits verspricht man sich von ihnen einen umfassenden Schutz der Zähne vor Karies. Sie verbessern die Mineralisierung der Zähne. Außerdem bilden sie mit Kalzium eine Art Deckschicht um die Zähne und neutralisieren Säuren, die den Zahnschmelz gefährden. Schließlich dringen Fluoride in Bakterien ein und hindern diese, kariesfördernde Säuren zu bilden.

Kritiker*innen befürchten allerdings, dass der Zusatz von Fluoriden auch schädlich sein könnte. Wird zuviel Fluorid eingenommen, kommt es zur Fluorose mit gelblich-bräunlichen Flecken auf den Zähnen. Auch Knochenschäden sind möglich. In der richtigen Dosierung kommt dies allerdings nicht vor, unterstreichen Expert*innen.

Deshalb ist es wichtig, bei Kindern auf die richtige Menge an Fluoriden zu achten. Kinder- und Zahnärzt*innen empfehlen folgendes Vorgehen:

  • Ab der Geburt bis zum ersten Zahn sollen die Fluoride als Tablette zugeführt werden.
  • Zwischen dem ersten Zahn und dem ersten Geburtstag haben Eltern zwei Möglichkeiten: Entweder sie geben dem Kind das nötige Fluorid weiter über Tabletten und putzen die Zähnchen zunächst mit fluoridfreier Zahnpasta. Oder sie lassen die Tabletten weg und nutzen fluoridhaltige Kinderzahnpasta.
  • Ab dem ersten Geburtstag sollen alle Kinder fluoridhaltige Zahnpasta verwenden.

Erst reiskorngroße, später erbsgroße Menge

Auch die Dosierung der fluoridhaltigen Kinderzahnpasta ist wichtig. Hier empfehlen Expert*innen, ab dem ersten Milchzahn die Zähnchen zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta zu putzen (1000 ppm Fluorid). Vom zweiten bis zum sechsten Geburtstag kommt zweimal die gleiche Zahnpasta (1000 ppm Fluorid) in Erbsengröße auf die Bürste. Kinder über sechs Jahren verwenden zweimal täglich eine höher dosierte Zahnpasta (1500 ppm), die sie über die ganze Bürstenkopflänge auftragen.

Damit diese Portionen ausreichend Fluoride zuführen, muss der Fluoridgehalt der Zahnpasta stimmen. Stiftung Warentest hat 21 Kinderzahnpasten unter die Lupe genommen. In puncto Kariesprophylaxe durch Fluoridgehalt haben zwölf Pasten die Note sehr gut erhalten.

Titandioxid ist kritisch

Allerdings fanden die Tester*innen in neun Zahncremes den kritischen Farbstoff Titandioxid. Auch um diesen Stoff wird noch gestritten, er soll toxisch auf die Gene wirken. Dieser Vorwurf wurde bisher weder nachgewiesen noch entkräftet, das Bundesamt für Risikobewertung hat dazu eine Studie beauftragt. Insgesamt hält Stiftung Warentest deshalb nur drei Kinderzahnpasten für geeignet. Alle anderen schützen entweder nicht ausreichend vor Karies oder enthalten Titandioxid.

Quellen: pta heute, Stiftung Warentest, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Hunde verschlafen den halben Tag, doch Menschen sollten ihr Nickerchen besser kurz halten.

28.09.2022

Das Geheimnis des Mittagsschlafs

Vielen schwören auf den Mittagsschlaf. Manche behaupten sogar, dass das mittägliche Nickerchen die Produktivität erhöht. Doch aktuell wird der Mittagsschlaf auch mit negativen Folgen wie einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert. Was stimmt denn nun?... [ mehr lesen ]

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28.09.2022

Das Geheimnis des Mittagsschlafs

Vielen schwören auf den Mittagsschlaf. Manche behaupten sogar, dass das mittägliche Nickerchen die Produktivität erhöht. Doch aktuell wird der Mittagsschlaf auch mit negativen Folgen wie einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert. Was stimmt denn nun?

Konzentration und Kreativität steigen

Ob Spanien, Japan oder Kalifornien: Die Siesta am Mittag ist in vielen Ländern Teil der Arbeitskultur. Sie soll die Konzentration verbessern und die Kreativität steigern. Letzteres wurde tatsächlich in einer französischen Studie nachgewiesen. Doch damit die Ideen richtig sprudeln, darf nur sehr kurz geschlafen werden. US-amerikanischer Wissenschaftler*innen haben zudem herausgefunden, dass sich der Mittagsschlaf vor allem bei Teenagern positiv auf Lernverhalten und Konzentration auswirkt.

Besser nicht jeden Tag

In der Kürze liegt auch beim Mittagsschlafdie Würze, wenn es um die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geht – so das Ergebnis einer griechischen Studie. Schweizer Forscher*innen grenzen das allerdings ein wenig ein: Sie haben herausgefunden, dass der positive Herz-Kreislauf-Effekt nur eintritt, wenn man den kurzen Mittagsschlaf nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche einlegt.

Die Schattenseiten des Nickerchens

Demgegenüber stehen allerdings Studienergebnisse, die dem Mittagsschlaf wenig Nutzen oder sogar Schaden attestieren. Eine aktuelle Studie will herausgefunden haben, dass das tägliche Nickerchen das Risiko für Bluthochdruck und Schlaganfall erhöht. Außerdem soll das vermehrte Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf ein Hinweis für die Entwicklung einer Demenz sein.

Doch unabhängig davon, was ein Mittagsschlaf bewirken soll - offenbar gibt es Personengruppen, die das Nickerchen durchaus brauchen. Dazu gehören z.B. diejenigen, die sehr früh aufstehen müssen. Außerdem benötigen manche Menschen genetisch bedingt mehr Schlaf als andere und legen sich deshalb tagsüber aufs Ohr.

Kleiner Trick verstärkt den Frische-Effekt

Ganz allgemein raten Forscher*innen dazu, das Schläfchen nicht zu spät am Tag zu halten. Außerdem sollte man nicht mehr als 20 bis 30 Minuten schlummern, damit man nicht in den REM-Schlaf fällt und sich nach dem Aufwachen zerschlagener fühlt als vorher.

Um den erfrischenden Effekt des Mittagsschlafs zu steigern, gibt es zudem einen Trick: Vor dem Hinlegen einen Kaffee trinken und den Wecker auf 20 Minuten stellen. Dann wacht man mit dem Klingeln genau dann auf, wenn im Körper das Koffein aktiv wird.

Quelle: ptaheute

Stress ist ein Grund, warum Kinder Nägelkauen.

27.09.2022

Was hilft gegen Nägelkauen?

Manche Kinder machen es aus Langeweile, andere, wenn sie gestresst sind: Nägelkauen. Die Folge sind unschön abgeknabberte Nägel – aber auch gesundheitliche Probleme wie Infektionen der Haut oder überbeanspruchte Zahnwurzeln. Diese Tipps helfen, die schlechte Angewohnheit in den Griff zu bekommen.... [ mehr lesen ]

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27.09.2022

Was hilft gegen Nägelkauen?

Manche Kinder machen es aus Langeweile, andere, wenn sie gestresst sind: Nägelkauen. Die Folge sind unschön abgeknabberte Nägel – aber auch gesundheitliche Probleme wie Infektionen der Haut oder überbeanspruchte Zahnwurzeln. Diese Tipps helfen, die schlechte Angewohnheit in den Griff zu bekommen.

Knabbern bis auf Blut

Nägelkauen ist wie Daumenlutschen und Nasebohren eine Verhaltensstörung, unter der vor allem (aber nicht nur!) Kinder zwischen 4 und 6 Jahren leiden. Oft tritt das Knabbern in speziellen Situationen auf, z. B. bei Langeweile, beim Lösen komplizierter Aufgaben oder in Stresssituationen. Manchmal ist das Nägelkauen auch ein Hinweis auf ernstzunehmende psychische Belastungen, beispielsweise Mobbing in der Schule oder Konflikte im Elternhaus. Problematisch wird das Nägelkauen vor allem dann, wenn es sich nach einiger Zeit nicht von allein wieder gibt oder die Kinder sich die Nägel bis zum Bluten abbeißen.

Schlecht für Haut und Zähne

Gesundheitlich kann zwanghaftes Nägelkauen in mehrfacher Hinsicht schaden. Oft nimmt das Gewebe um den Nagel Schaden und entzündet sich schmerzhaft. Sind die Verletzungen tief, bleiben Narben zurück oder es kommt zu hängenden Nägeln. Durch das ständige Knabbern auf harter Substanz leiden auch Zahnwurzeln, Kiefergelenke und Zahnfleisch. Nicht zuletzt sind betroffene Kinder besonders anfällig für Madenwurmerkrankungen, weil sich die infektiösen Eier der Würmer oft unter den Fingernägeln verstecken und beim Nägelkauen mit geschluckt werden.

Auf keinen Fall Schimpfen

Wer seinem Kind helfen möchte, sich das Nägelkauen wieder abzugewöhnen, sollte vor allem eines nicht tun: Schimpfen oder Bestrafen. Denn der dadurch entstehende Stress verschlimmert das Nägelkauen meist noch zusätzlich. Bewährt haben sich stattdessen:

  • Dem Kind erklären, warum das Nägelkauen ungesund ist und sich gemeinsam Maßnahmen gegen die schlechte Angewohnheit überlegen.
  • Nägel regelmäßig schneiden oder feilen, weil kurze Nägel weniger zum Knabbern verleiten.
  • Anti-Knabber-Präparate auf die Nägel auftragen. Rezeptfreie Produkte aus der Apotheke enthalten Bitterstoffe wie Sucrose oder Denatonium, zusätzlich manchmal auch scharfe Komponenten wie Cayennepfeffer.
  • Nägel mit Pflastern oder Tapes abdecken.
  • Alternative Strategien zum Stressabbau überlegen, z. B. das Drücken eines Knautschballs.
  • Nägel schön lackieren, weil die Hemmschwelle dann größer ist, die Nägel zu zerstören.

Wenn keiner der Tricks funktioniert, hilft es manchmal, Schritt-für-Schritt vorzugehen. Das heißt, dass man erst einen Finger knabberfrei hält und dann nach und nach immer weitere Finger hinzunimmt.

Quellen: Deutsche ApothekerZeitung, Nr. 37, 2021


Asthmasprays bringen akut und auf Dauer Erleichterung für Asthmakranke.

26.09.2022

Klimafreundliche Asthmasprays

Sind Asthmasprays klimaschädlich? Manche schon, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Doch es gibt auch klimafreundliche Systeme, mit denen sich eine Menge Kohlendioxid (CO2) einsparen lässt.... [ mehr lesen ]

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26.09.2022

Klimafreundliche Asthmasprays

Sind Asthmasprays klimaschädlich? Manche schon, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Doch es gibt auch klimafreundliche Systeme, mit denen sich eine Menge Kohlendioxid (CO2) einsparen lässt.

Auch FKW schadet dem Klima

Asthmasprays enthalten schon lange keine Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) mehr. Als deren Einsatz wegen ihrem schädigenden Einfluss auf die Ozonschicht verboten wurden, stiegen die Hersteller um auf Dosieraerosole mit Fluorkohlenstoff (FKW) und Pulverinhalatoren, die ganz ohne Treibgase auskommen.

Doch auch wenn FKW das Ozonloch nicht direkt angreifen, tragen sie dennoch zum Treibhauseffekt und zur Klimaerwärmung bei. Wie groß dieser Effekt ist, haben nun schwedische Forscher untersucht. Sie verglichen die CO2-Bilanz zweier Pulverinhalatoren mit der eines Dosieraerosols. Da viele Asthmatiker*innen zwei Asthmasprays benötigen (eines zur Dauertherapie und ein schnell wirksames Spray bei Bedarf), berechneten die Forscher*innen die Werte für eine übliche Standardtherapie. Zugrunde lagen die vom Hersteller GlaxoSmithKline evaluierten und vom Carbon Trust zertifizierten CO2-Äquivalente der Pulverinhalatoren Ellipta und Accuhaler und des Dosieraerosols Evohaler.

Über 400 kg CO2-Äquivalent im Jahr einsparen

Dabei kam heraus, dass die untersuchten Dosieraerosole eine bis zu 30fach schlechtere CO2-Bilanz haben als die Pulverinhalationssysteme. Nutzt die Asthmatiker*in sowohl zur Dauer- als auch zur Bedarfstherapie Pulverinhalationssysteme, produziert er damit etwa 17 kg CO2-Äquivalente. Die gleiche Therapie mit Dosieraerosolen kommt dagegen auf 439 kg CO2-Äquivalente.

Wer also von 2 FKW-Dosieraerosolen auf 2 Pulverinhalationssysteme wechselt, spart im Jahr etwa 420 kg CO2-Äquivalent ein. Also eine Menge, die dem Fleischverzicht einer Person für ein Jahr entspricht. Würde beispielsweise Großbritannien seinen Anteil der Dosieraerosole in der Asthmatherapie von derzeit 70% auf das schwedische Niveau von 13% senken, ließen sich jährlich 550 000 Tonnen CO2-Äquivalent einsparen.

Spraywechsel nur unter ärztlicher Aufsicht!

Ein Asthmaspray muss zuerst einmal der Patient*in Erleichterung bringen, das ist klar. Doch sollte bei der Wahl des Inhalationssystems durchaus auch der Klimaaspekt berücksichtig werden, meinen die schwedischen Forscher*innen. Wichtig ist aber: ein Systemwechsel darf nur nach ärztlichem Rat und mit gründlicher Anleitung erfolgen.

Quelle: Springer Medizin

Das Manneken Pis in Brüssel hat offensichtlich keine Prostatabeschwerden.

24.09.2022

Was hilft bei vergrößerter Prostata?

Häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen und ein schwacher Harnstrahl sind die typischen Beschwerden bei einer vergrößerten Prostata. In frühen Stadien helfen Allgemeinmaßnahmen, Medikamente und Pflanzenextrakte. Doch was kann man von der konservativen Therapie erwarten? Und wann muss operiert werden?... [ mehr lesen ]

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24.09.2022

Was hilft bei vergrößerter Prostata?

Häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen und ein schwacher Harnstrahl sind die typischen Beschwerden bei einer vergrößerten Prostata. In frühen Stadien helfen Allgemeinmaßnahmen, Medikamente und Pflanzenextrakte. Doch was kann man von der konservativen Therapie erwarten? Und wann muss operiert werden?

Sie wächst und wächst und wächst …

Die Prostata oder auch Vorsteherdrüse gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie sitzt direkt unter der Blase und umschließt die daraus abgehende Harnröhre. Von dort aus gibt sie ein Sekret ab, das die Spermien nährt und sie vor dem sauren Sekret in der Scheide schützt. Außerdem ziehen sich die Muskelzellen der Prostata beim Orgasmus zusammen. Dadurch wird der Samenerguss ruckartig durch die Harnröhre ausgestoßen. Die Kontraktion der Prostata verhindert gleichzeitig, dass das Sperma in die falsche Richtung, nämlich in die Blase fließt.

Beim gesunden jungen Mann ist die Prostata mit einem Durchmesser von 3,5 cm etwa kastaniengroß. Doch ab dem 30. Lebensjahr beginnt die Drüse, sich bei vielen Männern zu vergrößern. Die Ursache dafür ist noch unklar. Von einer solchen gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahypertrophie, BPH) sind bei den 60-Jährigen etwa 45% betroffen, bei den 70-Jährigen etwa 70% und bei den 80-Jährigen sogar 80%.

Eine leichte BPH muss keine Beschwerden machen. Ab einem gewissen Volumen engt eine vergrößerte Prostata jedoch die Harnröhre ein. Das stört das Wasserlassen, die Blase lässt sich irgendwann nicht mehr komplett entleeren. In diesem Stadium spricht man vom gutartigen (benignen) Prostata-Syndrom (BPS). Dies sind die typischen Beschwerden:

  • lästiger Harndrang
  • häufiges, auch vermehrt nächtliches Wasserlassen
  • schwacher bis tröpfelnder Harnstrahl, Nachträufeln
  • erschwertes, manchmal schmerzhaftes Wasserlassen
  • Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert wird (Restharn).

Hinweis: In sehr seltenen Fällen löst eine vergrößerte Prostata einen kompletten Harnverhalt aus. Dann kann man trotz hohem Blasendruck und starken Schmerzen kein Wasser lassen. Bei diesem Notfall legt die Ärzt*in zunächst einen Urinkatheter durch die Harnröhre und lässt den Harn so aus der Blase ab. Einige Tage später wird dann meist die Prostata operativ verkleinert.

Erst die Diagnose!

Kommt es zu den oben genannten Beschwerden, sollten diese – auch wenn sie nur mild sind - ärztlich abgeklärt werden. Zwar steckt sehr häufig eine gutartige Prostatavergrößerung dahinter. Probleme beim Wasserlassen können aber andere Ursachen haben. Dazu gehören z.B. Harnsteine, Harnwegsinfektionen und die Entzündung der Prostata (Prostatitis), aber auch bösartige Prostatageschwülste wie der Prostatakrebs.

Steht die Diagnose BPS, wird sie je nach Beschwerden in verschiedene Stadien eingeteilt. Danach richten sich dann auch die Behandlungsoptionen.

  • Im Stadium 1 (Reizblasenstadium) kommt es nur zu ausgeprägtem Harndrang und häufigem Wasserlassen, auch nachts.
  • Im Stadium 2 (Restharnstadium) ist die Harnröhre schon so verengt, dass immer Restharn in der Blase bleibt. Hier drohen Blaseninfektionen und Blasensteine.
  • Im Stadium 3 (Dekompensationsstadium) ist der Harnabfluss aus der Blase so stark gestört, dass sich der Urin von der Blase zurück in Harnleitern und Niere staut. Deshalb spricht man auch von einer Überlaufblase. Der Rückstau bringt die Niere in Gefahr, im schlimmsten Fall droht ein Nierenversagen.

Vom Beobachten bis zur Operation

Die Behandlung der vergrößerten Prostata richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und reicht vom „aktiven Beobachten“ mit regelmäßigen Kontrollen über die Einnahme pflanzlicher Arzneimittel und Medikamente bis zur Operation. In allen Stadien sind folgende Allgemeinmaßnahmen sinnvoll:

  • Vor dem Schlafengehen weniger trinken. Die empfohlene Trinkmenge von 1,5 Litern über den Tag verteilen.
  • Alkohol, Kaffee und grünen/schwarzen Tee nur in Maßen konsumieren. Sie entwässern stark und fördern dadurch den Harndrang.
  • Direkt nach dem Wasserlassen einen kurzen Moment warten und dann noch einmal versuchen, zu urinieren. Damit entleert sich die Blase besser.
  • Die Harnröhre nach dem Urinieren ausstreichen.
  • Die Blase trainieren. Die Speicherfähigkeit der Blase lässt sich erhöhen, indem man den Toilettengang beim Harndrang etwas hinauszögert.

Hinweis: Manche für andere Erkrankungen eingenommenen Medikamente verstärken die Prostatabeschwerden, indem sie (ungewünscht) entwässern oder auf die Blase wirken. Es macht deshalb Sinn, alle einzunehmenden Präparate von der Ärzt*in darauf zu prüfen zu lassen.

Chemisch oder pflanzlich?

In Stadium 1 und bei leichten Formen des Restharnstadiums (Stadium 2) reicht ergänzend zu den oben genannten Allgemeinmaßnahmen eine konservative Therapie mit Medikamenten meist aus. Bei den verschreibungspflichtigen Wirkstoffen unterscheidet man folgende Gruppen:

Alpha-1-Blocker entspannen die Muskulatur an Prostata und Harnröhre und verbessern dadurch den Urinabfluss. Sie wirken deshalb relativ schnell. Die Größe der Prostata verändern sie nicht. Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind ihre typischen Nebenwirkungen.

5-alpha-Reduktasehemmer hemmen den wachstumsfördernden Einfluss von Testosteron auf die Prostata. Die Prostata wird nicht größer, bei manchen Patienten schrumpft sie sogar wieder. Bis sich dadurch die Beschwerden bessern, dauert es bis zu einem Jahr. Wichtige Nebenwirkung dieser Substanzgruppe sind Libidoverlust und erektile Dysfunktion.

Da sich Alpha-1-Blocker und 5-alpha-Reduktasehemmer in ihrer Wirkung ergänzen, verordnet die Ärzt*in häufig eine Kombinationstherapie aus beiden Wirkstoffen. Auf diese Weise werden die Beschwerden rasch gelindert und das Fortschreiten der Prostatavergrößerung aufgehalten.

Zu den weiteren chemischen Wirkstoffen gehören Antimuskarinika. Sie entspannen die Blasenmuskulatur und bessern Beschwerden wie Harndrang und häufiges Wasserlassen. Als Nebenwirkung verursachen sie Mundtrockenheit. Auch Phosphodiesterase-Typ 5-Hemmer sind effektiv bei BPS. Sie entspannen die Muskelzellen des unteren Harntrakt und lindern dadurch die Beschwerden. Ob sie einen Einfluss auf die Prostatagröße haben, ist noch nicht bekannt. Häufige unerwünschte Wirkungen bei Phosphodiesterasehemmern sind Kopfschmerzen und Hitzewallungen.

Manche Männer mit BPS möchten keine chemischen Medikamente einnehmen, sondern lieber natürliche Wirkstoffe. In Deutschland werden bei Prostatabeschwerden vor allem Extrakte aus folgenden Pflanzen eingesetzt:

  • Sägepalmenfrüchte
  • Brennnesselwurzeln
  • Kürbissamen
  • Gräserpollen, Roggenpollen.

Wie gut pflanzliche Extrake bei BPS helfen, wird unterschiedlich beurteilt. Zumindest in Laborversuchen konnten verschiedene Wirkungen nachgewiesen werden. Dazu gehörten z.B. entzündungshemmende und antihormonelle Effekte. Sägepalmenextrakt hatte zudem einen Einfluss auf die glatte Muskulatur im Bereich von Prostata und Blasenmuske, Kürbiskerne waren antioxidativ. In klinischen Studien mit Patienten waren die Ergebnisse jedoch unterschiedlich. So zeigten sich in einigen Untersuchungen positive Effekte auf die Beschwerden des Wasserlassens und die Lebensqualität. Für keines der pflanzlichen Extrakte konnte jedoch nachgewiesen werden, dass sie das Fortschreiten der Prostatavergrößerung aufhalten. Aufgrund der unbefriedigenden Datenlage werden seit 2004 pflanzliche Extrakte zur Behandlung des BPS von den allermeisten Krankenkassen nicht mehr erstattet.

Die Extrakte sind alle gut verträglich. Deswegen spricht nichts dagegen, es bei sehr milden BPS-Beschwerden zunächst mit einer pflanzlichen Behandlung versuchen. Die Wirkstoffe stehen als Monotherapie und als Kombinationspräparate (z.B. Extrakte aus Sägepalmenfrüchten und Brennnesselwurzel) zur Verfügung.

Hinweis: Pflanzliche Extrakte für die Prostata gibt es in einer großen Vielzahl. Für die bestmögliche Auswahl sollte man sich in der Apotheke beraten lassen.

Wenn Medikamente nicht ausreichen

Um drohende Blasen- und Nierenschäden abzuwenden, muss spätestens im Stadium 3 die Prostata mit einer Operation verkleinert werden. Auch im Stadium 2 ist dies häufig ratsam, z.B. wenn die Restharnmenge zu groß wird oder der Blasenauslassmuskel zu dick.

Für die operative Therapie gibt es verschiedene Verfahren. Am häufigsten nutzt man dabei den Weg über die Harnröhre. Die Chirurg*in geht also mit einem Endoskop in die Harnröhre ein und trägt von dort die Prostata mithilfe von Strom, Mikrowellen oder einem Laser schichtweise ab. Manchmal wird das Prostatagewebe auch nur eingeschnitten, um der Harnröhre mehr Platz zu verschaffen.

Ist die Prostata sehr groß, muss offen operiert werden. Das heißt, dass der Chirurg sich über einen Schnitt Zugang zur Prostata verschafft. Entweder wird die Prostata dann komplett entfernt oder nur ein Teil des Gewebes. Ein neueres Verfahren ist der künstliche Verschluss (Embolisation) der Prostatagefäße (Prostata-Arterien-Embolisation, PAE). Durch die verminderte Blutversorgung sterben Teile der Prostata ab, wodurch diese schrumpft.

Quellen: Jenett-Siems K, DAZ 2022, 14:32, Leitlinien Konservative und medikamentöse Therapie des benignen Prostatasyndroms